Theater und Ritual


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Theater und Ritual
14/10/05

In Munich and Berlin, the German-language book "Theater und Ritual" is presented: Thomas Irmer on Luk Perceval's career and working method, complemented with quotes from personal work notes ("accidents") and conversations with his closest collaborators (incl. Hans van Dam, Els Dottermans, Frank Baumbauer, Katrin Brack, Marius von Mayenburg, Mark van Denesse, Thomas Thieme, Thomas Ostermeier and co-author Thomas Irmer). The accompanying 60-minute DVD shows excerpts from Perceval's self-recorded theatrical films: "Andromak", "Asem", "Oom Vanja" and "Traum im Herbst".

Das Buch beschreibt das Theater des belgischen Regisseurs Luk Perceval von den Anfängen bis heute. Es enthält wichtige Dokumente seiner Arbeit, Gespräche mit engen Mitarbeitern und anderen Regisseuren sowie einen Essay über seine Theaterkunst. In eigenen Texten, die erstmals auf deutsch veröffentlicht werden, reflektiert Perceval über seine Theaterarbeit und -auffassung.

Das Buch enthält Texte und Gespräche von und mit Luk Perceval, Hans van Dam, Els Dottermans, Frank Baumbauer, Katrin Brack, Marius von Mayenburg, Mark van Denesse, Thomas Thieme, Thomas Ostermeier und Thomas Irmer.

Eine dem Band beiliegende DVD beinhaltet auf einer Länge von ca. 60 Minuten von Perceval selbst gefilmte Ausschnitte aus seinen Inszenierungen "Andromache", "Täter", "Onkel Wanja" und "Traum im Herbst".

The press on "Theater und Ritual":...

"Es gibt wenige Regisseure, die gerne Auskunft über die Geheimnisse ihrer Arbeit geben, noch weniger Regisseure allerdings, deren Bekenntnisse auch noch den Rang einer Analyse erreichen. Luk Perceval ist dazu, so zeigt Thomas Irmers Buch, nicht nur bereit, er ist zudem ein hochintelligenter Theatermann, zu dessen Arbeit die Durchdringung der eigenen Methode maßgeblich gehört. Bestes Beispiel sind die "Accidenten/Katastrophen", eine Art ästhetischer Selbstvergewisserung, Ausschnitte daraus bilden die eine Stütze von Thomas Irmers spannenden Buch. Die andere besteht aus einem langen Gespräch mit dem Regisseur. Er dekliniert seine Säulenheiligen von Kantor bis Grotowski durch und erläutert seine Sehnsucht nach einem Theater des Rituals; sein aus den jeweiligen Vorlagen entwickelter Stilpluralismus kommt genauso zur Sprache wie seine Arbeit mit den Schauspielern oder seine Aversion gegen jede Form des Illusionismus auf der Bühne. Allein in diesem Gespräch erhält der Leser nahezu alle Stichworte, die ihm die Arbeit dieses Regisseurs näher bringen können. (...) Mitunter entsteht der Eindruck, das Buch vollziehe in den intensiven Gesprächen mit dem Regisseur, aber auch mit den Schauspielern Els Dottermanns und Thomas Thieme oder der Bühnenbildnerin Katrin Brack genau die Intensität und Dichte nach, die Perceval selbst für seine Theaterarbeit reklamiert - und die letztlich vor allem auf eines Lust macht: endlich wieder eine Inszenierung von Luk Perceval zu sehen."
Hans Christoph Zimmermann, Theater der Zeit, 11/05

"Der belgische Regisseur Luk Perceval ist ein Extremist im Styling, im Formalen sowie im Inhaltlichen, im dramatischen Zuspitzen von Konflikten. Das polarisiert. Ist stets, im Schlimmen wie Schönen, eine Zumutung. Jetzt liegt erstmals ein Kompendium vor, das Inneneinsichten gibt in den Kopf des notorischen Hutträgers: Im Blickpunkt steht eine derart scharf polemische Selbstbefragung, daß einem der Hut hochgeht."
Reinhard Wengierek, Die Welt, 12/05